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LSVD erfreut über einstimmigen Landtagsbeschluss zur Blutspende

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Saar dankt den Landtagsfraktionen für ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung. Vorstandsmitglied Sebastian Thul hierzu: "Die Landesregierung setzt sich seit Jahren gegen ein Verbot von Blutspenden für Homo- und Bisexuelle ein. Diese Haltung der Landesregierung wurde heute von allen im Landtag vertretenen Parteien noch einmal bestätigt. Das Verbot geht in eine Zeit zurück, in der Diagnostik und Behandlung sexuell übertragbarer HI-Viren gerade am Anfang standen. Man hat, um das Übertragungsrisiko durch Bluttransfusionen zu senken, homo- und bisexuelle Männer generell von der Möglichkeit der Blutspende ausgeschlossen. Seit der Einführung der HIV-Tests bei Blutspenden haben sich sechs Personen über diesen Weg infiziert. Das kontaminierte Blut kam dabei von zwei homo- und vier heterosexuellen Personen. Dass dieses Verbot nicht mehr zeitgemäß ist, ist nun nicht mehr von der Hand zu weisen."

 

Der LSVD weist darauf hin, dass der Beschluss des saarländischen Landtages jedoch noch keine direkte Wirkung auf das bestehende Verbot zeigen wird. "Die Richtlinien der Bundesärztekammer werden zurzeit überarbeitet. Bis diese Überarbeitung abgeschlossen ist, wird sich an der bisherigen Praxis nichts ändern. Trotzdem sind Signale, wie sie vom saarländischen Landtag gesendet wurden, enorm wichtig. Das Risiko, einen Virus wie HIV per Bluttransfusion zu übertragen, hängt nicht von der sexuellen Orientierung, sondern vom Sexualverhalten ab. Monogam lebende oder Personen, die ausschließlich safer Sex praktizieren, müssen zukünftig Blut spenden dürfen. Ein Ende der Diskriminierung ist in Sicht. Jetzt müssen die neuen Richtlinien schnell her", so Thul. Sobald die Richtlinien überarbeitet sind, will der LSVD aktiv in seiner Zielgruppe zu Blutspenden aufrufen. "Die Spendenbereitschaft ist leider rückgängig. Dabei können Blut- und Organspenden Leben retten. Wenn man zukünftig das Blut aller Spender unabhängig ihrer Sexualität möchte, werden wir unseren Beitrag leisten und die Werbetrommel rühren, denn wir wollen Leben retten", so Thul abschließend.