Meldung

LANDTAG DES SAARLANDES benennt LSVD Saar als Ansprechpartner für Opfer bei homophoben Straftaten

Der Saarländische Landtag hat einstimmig beschlossen eine Anlaufstelle für homophob motivierte Straftaten zu schaffen.

 

Aus dem Beschluss:

"Der Landtag des Saarlandes bittet die Landesregierung um Prüfung,

 

-       ob eine Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland, Landesverband Saar (LSVD), möglich ist, dahingehend, dass zukünftig eine öffentliche Stelle existiert, an die sich Schwule und Lesben wenden können, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung bedroht werden oder bereits Opfer von Gewalt wurden. Als Vorbild könnte das Hilfetelefon für Frauen, die Gewalt erleben, dienen. So könnte der LSVD als Ansprechpartner fungieren, der den Anrufenden vertraulich zur Seite stehen und bei Bedarf Unterstützungsangebote vor Ort bzw. Ansprechpartner bei der Polizei vermittelt.

-       dass antihomosexuell motivierte Gewalttaten im Rahmen des kriminalpolizeilichen Meldedienstes für politisch motivierte Kriminalität "PMK" registriert werden. Zwar wurden für den Zeitraum von 2009 bis zum 21.07.2014 keine entsprechende Straftaten offenbar, aber alleine diese Registrierungsmöglichkeit zeigt, dass das Thema innerhalb der saarländischen Polizei ernst genommen wird.

 

Homosexualität ist in Deutschland heutzutage glücklicherweise oft kein Tabuthema mehr, sondern weitgehend akzeptiert. Die saarländische Landesverfassung verweist in Artikel 12 Abs. 3 darauf, dass niemand wegen seiner sexuellen Identität benachteiligt werden darf.

Dennoch scheuen viele Lesben und Schwule sowie alle übrigen sexuell anders orientierte Menschen das Bekenntnis zu ihrer sexuellen Neigung, aus Sorge vor Ablehnung oder gar vor psychischer oder körperlicher Gewalt. Dass diese Sorge insbesondere im Umfeld gewaltbereiter Randgruppen berechtigt ist, zeigte jüngst der brutale Übergriff von Neonazis auf ein schwules Paar in Merzig. Der Landtag verurteilt daher aufs Schärfste jegliche Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung."

 

Der LSVD Saar wird diese Aufgabe gerne übernehmen. Wir danken allen Fraktionen des Landtages für diesen Beschluss.

 

Es werden bald Konkretisierungsgespräche aufgenommen.