Vorstellung

Schulprojekt "LSVD Schule"

68 % aller lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans*(LSBT) Schüler*innen trauen sich nicht offen zu ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zu stehen.

Das geht aus einer EU-weiten Studie hervor(EU LGBT Survey,FRA 2013). Sie müssen oft in Klassenräumen und auf Schulhöfen negative Kommentare von Mitschüler*innen erdulden und sind Mobbing ausgesetzt.

 

2013 hat das saarländische Bildungsministeriumein Zeichen gesetzt und auf Initiative des LSVD Saar die Richtlinien für Sexualerziehung im Saarland reformiert. Insbesondere die Menschenrechte von Homosexuellen sollen derzeit im Unterricht stärker Beachtung finden. Deshalb haben wir gemeinsam mit homosexuellen Lehrer*innen und Pädogog*innen und Diplompsycholog*innen ein Schulaufklärungsprojekt entwickelt. Unterstützt werden wir wird dabei u.a. vom saarländischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, dem Ministerium für Bildung und Kultur, von der Landeszentrale für politische Bildung, dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und werden gefördert im Rahmen des Bundesprogrammes Demokratie Leben! vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Durch den peer to peer Ansatz unseres Aufklärungsworkshops können auch sensible und altersspezifische Themen offener angesprochen werden als in einer klassischen Unterrichtssituation. Die angwandeten Methoden befähigen die Schüler*innen, selbst Lösungswege zu finden und neue Reflexionsmöglichkeiten zu entdecken. Mit dem Projekt sensibilisieren wir Jugendliche und junge Erwachsene für Themen wie Menschenrechte, vielfältige Beziehungsformen, Mobbing und gesellschaftliche Probleme im Alltag von LGBT und leisten Aufklärungsarbeit.

 

Mit der Durchführung unserer Workshops erreichen wir auch Schüler*innen mit LSBT-Hintergrund und unterstützen diese in der Entwicklung ihrer Identität, indem wir zusätzlich zu den Workshops ein Beratungsangebot

https://lgbtiberatungsaar.de/ und die immer freitags ab 18:30 Uhr stattfindenden Termine unserer Jugendgruppe im LSVD-Checkpoint, Mainzer Str.44, 66121 SB, anbieten.

 

 

 

Wer wir sind:

Die Workshops werden von jungen(über 18 Jahre), homosexuellen, ausgebildeten Teamer*innen durchgeführt. Im Augenblick haben wir eine Gruppe von rund 10 Teamenden, die ehrenamtlich die Workshops durchführen. Betreut werden sie von einer sozialpädagogischen Mitarbeiterin des LSVD Saar.

Schwerpunktmäßig besuchen wir Schulklassen ab der Klassenstufe 7 in allen Schulformen. Darüber hinaus stehen wir auch Gruppen und Einrichtungen in der außerschulischen Jugendarbeit, sowie FSJ/BFD-Seminaren zur Verfügung und bieten Veranstaltungen für Lehrer*innen und Pädagog*innen, Eltern und Interessierten an. Ebenso haben wir bereits erfolgreich, mit Hilfe von Dolmetscher*innen, in Geflüchtetenklassen unseren Workshop in modifizierter Form durchgeführt.

LSVD Schule Team

Was wir tun:

Unsere Teamerinnnen und Teamer erzählen vom eigenen Coming-Out und sprechen mit den Schülerinnen und Schülern. Daneben werden Spiele und unterschiedliche Methoden durchgeführt, um Begriffe wie „Gruppenzugehörigkeit“, „Diskriminierung“ und „Outing“ nachvollziehbar zu machen. Unsere Besuche werden individuell an die vorhandenen Rahmenbedingungen angepasst. In der Gruppe werden die Schüler_innen zu kritischen Fragen ermutigt und angeregt, ihre eigene Einstellung zu reflektieren. Alle Fragen der Schüler_innen zu Coming Out, lesbischen und schwulen Rollenmodellen oder dem Familienbild werden beantwortet.

Was steckt dahinter?

2013 hat das saarländische Bildungsministerium auf Initiative des LSVD Saar die Richtlinien für Sexualerziehung im Saarland reformiert. Insbesondere Homosexualität soll zukünftig im Unterricht stärker Beachtung finden. Deshalb haben wir gemeinsam mit homosexuellen Lehrerinnen und Lehrern, Pädagoginnen und Pädagogen und mit Diplompsychologen ein Schulaufklärungsprojekt entwickelt. Unterstützt wurden wir dabei u. a. vom Bundesprogramm Demokratie Leben! und dem saarländischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Gesamtlandesschülervertretung (GLSV), der pro familia Saar , der AIDS Hilfe und von der saarländischen Landesregierung.

Was oft gefragt wird:

Wird Heterosexualität in den Workshops als minderwertig dargestellt oder abgewertet?

> Nein! Die Schülerinnen und Schüler werden dagegen angeregt, klassische Rollenbilder zu hinterfragen und Vorurteile gegenüber der Homosexualität kritisch zu reflektieren. Dabei geht es nicht darum, Meinungen der Schüler zu ändern - vielmehr sollen sie angehalten werden, Meinungen & Standpunkte aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.

 

Finden Jugendliche eure Workhops überhaupt interessant?

> Ja! Jeder Workshop wird durch einen Fragebogen anonym evaluiert. Die Schüler geben uns dabei durchweg positive Noten. Auf Wunsch lassen wir Ihnen diese Daten nach einem Workshop gerne zukommen.

 

Werden die Jugendlichen in euren Workshops zu stark mit Sexualität konfrontiert?

> Nein! Sexualität spielt - wenn überhaupt - nur eine kleine Rolle im Rahmen der Workshops, viel mehr geht es um Liebe, Familie & die eigene Identität.

 

Können die Jugendlichen eure Workshops verlassen?

> Ja! Niemand wird zur Teilnahme gezwungen. Es ist jedoch noch nie vorgekommen, dass Schüler die Workshops freiwillig verlassen haben.

 

Drängt ihr den Jugendlichen bestimmte Themen auf?

> Nein! Behandelt wird nur, was die Schülerinnen und Schüler selbst interessant finden. Die Workshops sind modular aufgebaut und werden im Vorfeld mit den Lehrkräften an die Klassensituation angepasst.