Persönliche Fernsehtipps der Filmexpertin Boxhammer für Lesben und Schwule

Persönliche Fernsehtipps der Filmexpertin Boxhammer

Die Filmexpertin Ingeborg Boxhammer teilt mit uns ihre persönlichen Fernsehtipps.

Fernsehinfos vom 7. bis 28.2.2020

 

Fr, 7.2., arte 01:50 Uhr:

The Party, UK 2017, R: Sally Potter (Auf der Feier einer frisch gekürten Gesundheitsministerin explodieren die Gefühle nicht nur der Gäste (darunter ein lesbisches Paar). Das sorgt für eine trubelige und bissige Beziehungskomödie)

 

 

Sa, 8.2., 3sat 22:00 Uhr:

Axolotl Overkill, D 2017, R: Helene Hegemann*** (Eine Teenagerin zieht von einer Berliner Techno-Party zur anderen, zwischen Drogenrausch und Faszination für eine Fotografin, mit der sie eine Affäre hat)

 

Sa, 8.2., BR 20:15 Uhr:

Bamberger Reiter. Ein Frankenkrimi, D 2012, R: Michael Gutman** (Die Kommissare Peter Haller und Sven Schäuffele klären einen Mord an einer jungen Western-Reiterin, deren Pferd mit einem gespannten Seil zu Fall gebracht wurde. So. Wenn ich euch jetzt an die gängigen Lesbenklischees erinnere, wisst ihr schon, wie der dumpfbackene Krimi ausgeht …)

 

Sa, 8.2., arte 02:30 Uhr:

Brief an mein Leben, D 2016, R: Urs Egger, Vorlage: Miriam Meckel****** (Marie Bäumer als das alter ego der Karrierefrau Toni Lehmstedt (alias Miriam Meckel, Lebensgefährtin der Journalistin Anne Will): Die unermüdlich Schaffende bricht wegen Überarbeitung zusammen … Leider ein bisschen platt und neo-liberal unkritisch geraten)

 

 

So, 9.2., arte 20:15 Uhr:

Lautlos wie die Nacht, Frankreich/Italien 1962, R: Henri Verneuil+ (Drei Ganoven (darunter Alain Delon und Jean Gabin) wollen ein Spielcasino in Cannes ausrauben. Um die Abläufe kennenzulernen, kundschaftet einer als junger Playboy die Lage aus; vor einer der attraktiven Frauen am Strand wird er mit dem Hinweis „eine Art Konkurrenz“ gewarnt)

 

So, 9.2., ZDFneo 21:45 Uhr:

Kommissar Marthaler – Die Sterntaler-Verschwörung, D 2017, R: Züli Aladag* (Marthaler [Matthias Koeberlin] und seine neue Kollegin Sarah Jonas [Alice Dwyer] treffen in der Wohnung einer ermordeten investigativen Journalistin auf deren Kollegin, die auch ihre Geliebte war …)

 

So, 9.2., Sat1 22:25 Uhr:

Verblendung, USA/Schweden/UK/D 2011, R: David Fincher* (Glattgebügelte US-amerikanische Verfilmung des europäischen Knüllers mit Daniel Craig als Journalist, die Französin Elodie Yung als Freundin von Lisbeth, Miriam, und Lisbeth selbst wird von einer Newcomerin dargestellt: Rooney Mara, deren Darstellung es jedoch an Vielschichtigkeit mangelt)

 

 

Mo, 10.2., SRF2 22:50 Uhr: N E U !

Professor Marston & The Wonder Women, USA 2017, R: Angela Robinson (Der Film stellt eine eigenwillige Interpretation der Entstehungsgeschichte der Comic-Heldin „Wonder Woman“ vor: William (1893-1947) und Elizabeth Marston (1893-1993) beschäftigen sich hier in ihren psychologischen Studien nicht nur mit Fetisch und Sadomasochismus, sondern das Ehepaar lebte außerdem zusammen mit der Assistentin Olive Byrne eine schillernde Dreiecksbeziehung.)

 

Do, 13.2., arte 21:45 Uhr:

Ich liebe euch!, Frankreich 2017 (Miniserie (alle drei Teile hintereinander) um eine Wohngemeinschaft, die aus einem schwulen Paar und einer lesbischen Frau besteht und gut funktioniert – bis einer der Schwulen sich in eine andere Frau verliebt)

 

 

Fr, 14.2., HR 14:30 Uhr:

Vier kriegen ein Kind, D 2014, R: Mathias Steurer******* (Ein lesbisches Paar wünscht sich ein Kind. Steff wird durch eine Samenspende auch schwanger, aber die wurde verwechselt und gehört einem schwulen Paar, das ebenfalls ein Kind möchte. Also müssen sich die Paare irgendwie zusammenraufen. Tun sie auch!)

 

Fr, 14.2., HR 00:00 Uhr:

Rosa Wölkchen 2020: Gay is schee – die etwas andere Fastnachtssitzung (Regelmäßige Veranstaltung)

 

Fr, 14.2., RTL2 01:00 Uhr:

Elektra, USA 2005, R: Rob Bowman* (Mäßig unterhaltsames Fantasyspektakel um Elektra [Jennifer Garner], die mit übermenschlichen Kräften ausgestattet ist und als Auftragskillerin einen Mann umbringen soll … Dreimal dürft ihr raten, was passiert: Sie verlieben sich; ineinander – versteht sich. Zu den Bösen gehört eine Kreatur in Frauengestalt, die Elektra mit einem Kuss töten will …)

 

 

Sa, 15.2., ServusTV 20:15 Uhr:

Grüne Tomaten, USA 1992, R: Jon Avnet***** (Geglättete und weitgehend „lesbenfreie“ Adaption des Romans von Fannie Flagg (1987); trotz der weitgehenden Ausblendung lesbischer Aspekte genießt dieses anrührende Freundinnendrama längst Kultstatus – mit Kathy Bates, Jessica Tandy, Mary Stuart Masterson, Mary-Louise Parker)

 

 

So, 16.2., arte 16:00 Uhr: N E U ! !

Gelebte Träume – Künstlerinnen des Surrealismus, D 2020 (Doku zur Eröffnung der Ausstellung „Fantastische Frauen“ in der Frankfurter Schirn Kunsthalle am 13. Februar 2020. Neben der bisexuellen Frida Kahlo (1907-1954) werden auch andere Surrealistinnen vorgestellt, wie z. B. Claude Cahun (1894-1954), die sich selbst als alle Geschlechter inszenierte und mit ihrer Lebensgefährtin Suzanne Malherbe (1892-1972) im antifaschistischen Widerstand kämpfte)

 

So, 16.2., RTL 20:15 Uhr: N E U !

Blade Runner 2049, USA/UK/Ungarn/Kanada 2017, R: Denis Villeneuve+ (Eine Quasi-Fortsetzung des Replikant_innen-Science-Fiction-Dramas von 1982, aus dem die Interview-Sequenz zwischen Tester und Replikantin wiedergegeben wird („ob ich Replikant bin oder eine Lesbierin?“); frauenfeindlich und stellenweise sehr effekthascherisch, aber trotz dieser überflüssigen Ärgernisse von großer Qualität und über sich selbst hinausweisend: Etwa, wenn es um die Bewertung von „echter“ oder implantierter Erinnerung geht – oder auch um die Frage nach der Grenzlinie zwischen Mensch und Roboter)

 

 

Mi, 19.2., arte 20:15 Uhr:

Die Nonne, FRA 2013, R: Guillaume Nicloux** (Neuverfilmung des Diderot-Romans von 1796: Die junge Simone wird gegen ihren Willen ins Kloster gesteckt und ist dort den bigotten und launischen Mitschwestern und mitunter lesbischen Oberinnen (Isalbelle Huppert) ausgesetzt. Überflüssig und langweilig.)

 

Mi, 19.2., ARD 00:20 Uhr:

Für immer 30, D 2011, R: Andi Niessner*** (Timo [Felix Eitner] erlebt eine Midlifecrisis und kriegt außerdem eine Frau [Marie-Lou Sellem] vor die Nase gesetzt – das hält er nicht aus … Auch seine Tochter [Sidonie von Krosigk] lebt nicht nach seinen Vorstellungen und Plänen, sie trägt neuerdings Tattoos und outet sich auch noch als Lesbe! Übliche Fernsehunterhaltung)

 

 

Sa, 22.2., ARD 20:15 Uhr: N E U !

Tödliche Geheimnisse – Das Versprechen, D 2020, R: Barbara Kulcsar (Dritte Polit-Geschichte um die Ex-Geliebten Karin [Anke Engelke] und Rommy [Nina Kunzendorf], die als Redakteurin und Journalistin investigativ unterwegs sind. Diesmal geht’s um dunkle Machenschaften im Baugewerbe)

 

 

So, 23.2., Tele5 20:15 Uhr:

The Warriors, USA 1979, R: Walter Hill* (Bei einem Konflikt zwischen New Yorker Gangs kommt ein Mann zu Tode; die „Warriors“ werden für die Täter gehalten. Die Lizzies, eine Frauengang, locken sie in eine Falle. Actionfilm mit einer lesbischen Disco-Szene)

 

So, 23.2., ARD 00:20 Uhr:

Cloud Atlas, USA/D 2012, R: Tom Tykwer, Lana & Andy Wachowski, Roman: David Mitchell+ (Cineastischer Leckerbissen in sechs Erzählsträngen über philosophisch-weltgeschichtliche Zusammenhänge – mit vielen Stars [Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugh Grant, Susan Sarandon, Hugo Weaving u. a.] in immer und immer wieder anderen Rollen: Dabei spielen z. B. Schwarze Weiße oder umgekehrt – und genderübergreifend ist es sowieso – vermutlich Dank Lana, ehemals Larry und Lilly, ehemals Andy Wachowski. Die Story ist an manchen Stellen etwas dünn, aber insgesamt sehenswert, wenn mitunter auch sehr brutal in Szene gesetzt)

 

 

Mo, 24.2., arte 13:45 Uhr:

Lautlos wie die Nacht, Frankreich/Italien 1962, R: Henri Verneuil+ (Drei Ganoven (darunter Alain Delon und Jean Gabin) wollen ein Spielcasino in Cannes ausrauben. Um die Abläufe kennenzulernen, kundschaftet einer als junger Playboy die Lage aus; vor einer der attraktiven Frauen am Strand wird er mit dem Hinweis „eine Art Konkurrenz“ gewarnt)

 

 

Di, 25.2., 3sat 20:15 Uhr:

Männer ticken, Frauen anders, D 2011, R: Rolf Silber+ (In dieser neo-liberalen Hetenkomödie geht es um die Managerin Alice [Julia Koschitz], die zufällig erfährt, dass sie gegen einen männlichen Konkurrentin ausgetauscht werden soll. Zusammen mit einer Freundin spinnt sie allerlei Intrigen, um dies zu verhindern. In einem Toilettengespräch rät ein Kollege dem anderen, sich mit einer Lesbe zu verheiraten, da eine „normale“ Ehe einen „stabilen Menschen“ signalisiere …)

 

Di, 25.2., Tele5 02:00 Uhr:

Bug, USA 2006, R: William Friedkin** (Eine Kellnerin flieht vor ihrem gewalttätigen Ehemann zu einer lesbischen Freundin und lernt über sie einen traumatisierten Golfkrieg-Veteranen kennen, mit dem sie im Verfolgungswahn versinkt. Psychothriller.)

 

 

Do, 27.2., ServusTV 20:15 Uhr:

Die fabelhafte Welt der Amélie, Frankreich 2000, R: Jean-Pierre Jeunet* (Im Tarnmäntelchen eines Märchens kommt diese extrem bürgerliche Komödie daher: Amélie [Audrey Tautou] sucht nach dem Mann, dem die Kinderschätze in ihrem Haus gehören, und gerät so an manch falsche Adresse. Eine der Dominiques, die Amélie aufsucht, trägt einen Anzug, raucht und betrachtet sie genüsslich. „Natürlich“ macht Amélie, dass sie weg kommt …)

 

Do, 27.2., SRF2 21:05 Uhr:

Tammy – Voll abgefahren, USA 2014, R: Ben Falcone**** (Die frustrierte Tammy [Melissa McCarthy] macht sich mit ihrer Oma [Susan Sarandon] auf eine Reise zum Abreagieren. Nach zahlreichen Konflikten und Problemen landen sie bei der wohlhabenden Cousine Lenore [Kathy Bates] und ihrer Frau [Sandra Oh]. Klingt spaßiger, als es ist)

 

 

Fr, 28.2., arte 21:45 Uhr:

Debbie Harry – Atomic Blonde, FRA 2017, R: Pascal Forneri (Porträt der Pop-Ikone Debbie Harry alias Angela Tremble (geboren 1945): Die erfolgreiche Schauspielerin und Sängerin von „Blondie“ lehnte 2014 wegen der russischen Gesetze gegen Homosexualität ab, bei den Olympischen Spielen in Sotschi aufzutreten)

 

 

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

- Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für meine Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen speisen sich aus meinen Datenbanken, spiegeln allerdings meine persönliche Meinung wider - und meinen Humor ...

 

- Die Fernsehtipps dürfen weitergegeben werden; zurzeit befinden sich in meinem Verteiler mehr als 100 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler ebenfalls damit bedienen. Veröffentlichungen jedoch sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit veröffentlichen die Cinedames in Saarbrücken

http://www.checkpoint-sb.de/checkpoint/gruppen/cinedames/filmtipp/,

die Achtbar in Tübingen

http://www.achtbar-tuebingen.de/index.php/content/view/328/84/

und www.phenomenelle.de die Tipps.

 

- Die Tipps bekommt ihr unentgeltlich; in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus. Wenn ihr meine Arbeit unterstützen wollt, dann könnt ihr für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort "Lesbengeschichte" Kontonummer 300 933 579 bei der Sparkasse KölnBonn (BLZ 370 501 98): IBAN: DE66370501980300933579 BIC: COLSDE33XXX

 

- Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu, weil das für mich einfacher ist. Bitte bei Sendeterminen zwischen 00:00 und 05:00 Uhr zur Not für beide in Frage kommenden Tage recherchieren/programmieren.

 

- Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen!

 

- Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter "Lesben & Film" auf www.lesbengeschichte.org.

 

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)