Persönliche Fernsehtipps der Filmexpertin Boxhammer für Lesben und Schwule

Persönliche Fernsehtipps der Filmexpertin Boxhammer

Die Filmexpertin Ingeborg Boxhammer teilt mit uns ihre persönlichen Fernsehtipps.

Fernsehinfos vom 16.11. bis 7.12.2019

Sa, 16.11., SWR/SR 06:15 Uhr:

Ich und die anderen. Lesbisch. Schwul. Jung, D 2016 (Jugendmagazin zur Unterstützung junger Menschen, die im Selbstfindungsprozess mit sich hadern und auch mit Anfeindungen von außen umgehen müssen)

 

 

So, 17.11., SWR/SR 10:00 Uhr:

Ulrike Folkerts – die Frau hinter Lena Odenthal, D 2014 (Porträt anlässlich des 60. Dienstjubiläums der „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal)

 

So, 17.11., RTL2 21:55 Uhr:

Natürlich blond!, USA 2001, R: Robert Luketic* (Elle [Reese Witherspoon] ist der Inbegriff einer oberflächlichen Ami-Tussi: blond, doof und naiv. Um ihren Geliebten zu betören, der auf gebildete Frauen zu stehen scheint, studiert sie Jura und zeigt allen, wo der Hammer hängt. Beim Studium lernt sie eine lesbische Aktivistin kennen, die aber dann wohl der Schere zum Opfer gefallen ist, denn ab Mitte des Films taucht sie kaum mehr auf)

 

So, 17.11., RTL2 23:50 Uhr:

New York Taxi, USA/FRA 2004, R: Tim Story* (Die taffe und schlagfertige Taxifahrerin Belle [Queen Latifah] muss den tollpatschigen Cop Washburn [Jimmy Fallon] kutschieren und erlebt mit ihm zahlreiche Abenteuer. Seine Chefin [Jennifer Esposito] wird bei einem Geiselaustausch von der Oberbankräuberin [Gisele Bündchen] übergriffig angetatscht. Klamaukiges Action-Komödien-Remake, das auch „die Queen“ nicht so richtig sehenswert macht.)

 

 

Mi, 20.11., 3sat 22:25 Uhr:

Die Akte General, D 2015, R: Stephan Wagner* (Hervorragend besetzter biografischer Blick auf Fritz Bauer (1903-1968), den wegen seiner jüdischen Herkunft im NS verfolgten hessischen Generalbundesanwalt, der gegen alle Widerstände sowohl für die Ergreifung des SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann (1906-1962) wie auch in den 1960er Jahren für die sogenannten Auschwitz-Prozesse gegen nationalsozialistische Täter sorgte. In diesem – meiner Meinung nach besten – der drei zuletzt gedrehten Filme über Fritz Bauer gibt es auch eine Szene mit seiner lesbischen Ehefrau.)

 

Mi, 20.11., BR 00:40 Uhr:

Axolotl Overkill, D 2017, R: Helene Hegemann*** (Eine Teenagerin zieht von einer Berliner Techno-Party zur anderen, zwischen Drogenrausch und Faszination für eine Fotografin, mit der sie eine Affäre hat)

 

 

Do, 21.11., SRF1 23:45 Uhr: N E U ! ! !

Rafiki, Kenia/Südafrika/D/NL/FRA/Norwegen/Libanon 2018, R: Wanuri Kahiu****** (Als Kena und Ziki, deren Väter für unterschiedliche Parteien als Abgeordnete kandidieren, sich ineinander verlieben, versucht ihr konservatives Umfeld, diese Liebesgeschichte zu unterbinden. – Flott, aber auch bewegend gefilmt – DER lesbische Kinoknaller des Jahres!)

 

 

Fr, 22.11., BR 00:30 Uhr:

Betrogen, USA 1971, R: Don Siegel* (Während des amerikanischen Bürgerkriegs wird ein verletzter Unionssoldat [Clint Eastwood] in einem Internat von acht Frauen gesund gepflegt. Nach anfänglicher Skepsis beginnen die Frauen, ihn zu bedrängen. Dabei haben die Frauen auch Fantasien miteinander. Dichtes Psychogramm über eine Frauenwelt im Krieg – leider überwiegend unreflektiert aus Männerperspektive erzählt.)

 

Sa, 23.11., ORF1 20:15 Uhr:

Ziemlich beste Freunde, Frankreich 2011, R: Olivier Nakache, Eric Toledano* (Der gelähmte Philippe [François Cluzet] freundet sich mit seinem neuen Assistenten, dem Senegalesen Drisse [Omar Sy] an. Philippes Sekretärin Magalie [Audrey Fleurot] lebt lesbisch. – Warum aus dem Assistenten, der ein Algerier war, ein Senegalese werden musste, lässt sich in der vom Kinopublikum innig geliebten Verfilmung auf den ersten Blick nicht erkennen …)

 

Sa, 23.11., ORF1 22:05 Uhr:

Verblendung, USA/Schweden/UK/D 2011, R: David Fincher* (Glattgebügelte US-amerikanische Verfilmung des europäischen Knüllers mit Daniel Craig als Journalist, die Französin Elodie Yung als Freundin von Lisbeth, Miriam, und Lisbeth selbst wird von einer Newcomerin dargestellt: Rooney Mara, deren Darstellung es jedoch an Vielschichtigkeit mangelt)

 

 

So, 24.11., arte 20:15 Uhr / Fr, 29.11., arte 13:55 Uhr:

Carol, USA/UK 2015, R: Todd Haynes, Vorlage: Patricia Highsmith******** (Eine junge Verkäuferin [Rooney Mara] verliebt sich in den 1950er Jahren in die mondäne und verheiratete Carol [Cate Blanchett], die kurze Zeit später von ihrem Mann mit einer Sorgerechtsklage wegen unmoralischen Lebenswandels drangsaliert wird. Carol steht dazu, distanziert sich aber – wie der Gatte verlangt – von Therese … Klasse gespielt und inszeniert – ein echtes Highlight!)

 

So, 24.11., SIXX 20:15 Uhr:

Mona Lisas Lächeln, USA 2003, R: Mike Newell* (Progressive Lehrerin [Julia Roberts] eckt 1953 im konservativen Mädchencollege Wellesley an; eine lesbische Lehrerin [Juliet Stevenson] muss gehen, als sie ihren Studentinnen Verhütungsmittel besorgt. Sehenswert!)

 

 

Mo, 25.11., 3sat 21:45 Uhr:

Lotte am Bauhaus, D 2019, R: Gregor Schnitzler*** (Der Film entwickelt anhand einer fiktiven Person, der Zeichnerin und Tischlerin Lotte Brendel (Alicia von Rittberg), die Geschichte einer jungen Frau, die sich 1923 gegen den Willen ihrer traditionsbewussten Eltern die Kunstschule des Weimarer Bauhauses besucht. Die Malerin und Innenarchitektin Friedl Dicker (1898-1944 Auschwitz) wird hier als junge rebellische Frau inszeniert, die sich für Lotte interessiert, gern Frauen küsst und ebenso gern Hosen trägt.)

 

Di, 26.11., arte 20:15 Uhr: N E U ! !

Wie krank ist Homo-Heilung?, Frankreich 2019, R: Bernard Nicolas (Nicht nur in Frankreich wird mit Konversionstherapien versucht, homosexuelle Menschen mit Gewalt zur Heterosexualität zu bekehren. Dahinter steht die Überzeugung, Heterosexualität sei die einzig richtige Lebensform und alles andere müsse ausgemerzt werden. Die menschenverachtenden Maßnahmen führen nicht selten zur Zerstörung der Persönlichkeit)

 

 

Fr, 29.11., NDR 22:00 Uhr:

NDR Talk Show (Bettina Tietjen und Jörg Pilawa begrüßen u. a. die erfolgreiche Kabarettistin Maren Kroymann)

 

Fr, 29.11., arte 23:50 Uhr:

Queercore – Die schwule Seite des Punk, D 2016, R: Yony Leyser (Porträt der musikalischen Gegenbewegung, die sich Pop und Punk verschrieben hat. Zu Wort kommen u. a. Kim Gordon (Sonic Youth), Jody Bleyle (Team Dresch) und Kathleen Hanna (Bikini Kill), Beth Ditto und Peaches)

 

 

Sa, 30.11., arte 00:15 Uhr: N E U !

Kurzschluss – Kurzfilme mit dem Schwerpunkt „Festival des schwul-lesbischen Films“, 2019 – gibt der Sender an, aber tatsächlich werden auch Produktionen über Trans* gezeigt sowie über eine Ausstellung zum Regenbogenkino berichtet und Regisseur_innen interviewt.

 

 

So, 1.12., arte 11:30 Uhr:

Vox pop: Was tun gegen Jugendbanden? Transgender, R: Nicolas Thepot (In vielen europäischen Großstädten schließen sich Jugendliche zu Banden zusammen und tyrannisieren Menschen, die ihnen nicht passen, mit gewalttätigen Übergriffen. Sehr oft werden Transgender-Personen Opfer der Angriffe – und nicht nur die Banden machen ihnen das Leben schwer)

 

 

Di, 3.12., WDR 07:35 Uhr:

¡Pregunta ya! Amor – Planet Schule (Lernsendung über Spanien und Liebe, u. a. stellt Moderatorin Tika Lahne die Frage, wie sich Schwule oder Lesben in Spanien fühlen)

 

Di, 3.12., ZDF 00:50 Uhr:

Milk, USA 2008, R: Gus van Sant** (Die bewegende Geschichte des schwulen Aktivisten Harvey Milk (1930-1978, brillant dargestellt von Sean Penn, der 2009 für diese Rolle den Oscar erhielt): Milk wurde Mitte der siebziger Jahre der erste schwule Stadtrat in San Francisco und 1978 dem Attentat eines homophoben Stadtrats zum Opfer fiel. Im Wahlbüro Milks übernahm 1977 die lesbische Aktivistin Anne Kronenberg (geb. 1954) sehr erfolgreich die Öffentlichkeitsarbeit.)

 

 

Sa, 7.12., WDR 08:15 Uhr:

So ein Schlamassel, D 2010, R: Dirk Regel*** (Tochter rebelliert gegen ihre Familie, die einen jüdischen Schwiegersohn will; mit Hilfe ihrer lesbischen Freundin schwindelt sie ihren Eltern vor, ihr Liebster sei jüdischen Glaubens … Sehr zahm und irgendwie unpassend)

 

 

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

- Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für meine Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen speisen sich aus meinen Datenbanken, spiegeln allerdings meine persönliche Meinung wider - und meinen Humor ...

 

- Die Fernsehtipps dürfen weitergegeben werden; zurzeit befinden sich in meinem Verteiler mehr als 100 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler ebenfalls damit bedienen. Veröffentlichungen jedoch sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit veröffentlichen die Cinedames in Saarbrücken

http://www.checkpoint-sb.de/checkpoint/gruppen/cinedames/filmtipp/,

die Achtbar in Tübingen

http://www.achtbar-tuebingen.de/index.php/content/view/328/84/

und www.phenomenelle.de die Tipps.

 

- Die Tipps bekommt ihr unentgeltlich; in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus. Wenn ihr meine Arbeit unterstützen wollt, dann könnt ihr für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort "Lesbengeschichte" Kontonummer 300 933 579 bei der Sparkasse KölnBonn (BLZ 370 501 98): IBAN: DE66370501980300933579 BIC: COLSDE33XXX

 

- Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu, weil das für mich einfacher ist. Bitte bei Sendeterminen zwischen 00:00 und 05:00 Uhr zur Not für beide in Frage kommenden Tage recherchieren/programmieren.

 

- Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen!

 

- Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter "Lesben & Film" auf www.lesbengeschichte.org.

 

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2019)