Austausch

Warmer Austausch

Besuch der Gruppe "Anere Wee" in Luxemburg, März 2010

 

Um uns mit anderen Jugendgruppen in Deutschland und über die Grenzen hinaus zu vernetzen und interessante Kontakte zu knüpfen besuchen wir gemeinsam andere Gruppen oder entsenden einzelne Botschafter und bieten gleichermaßen an uns in Saarbrücken zu besuchen.

 

Auf dieser Seite wollen wir ein wenig über unseren Austausch berichten und die Gelegenheit geben ein paar Einblicke zu erhalten.

 

Kontakte 2010

Berlin (D), Luxemburg (L), San Francisco (USA), Stuttgart (D), Hamburg (D)

 

//Berlin - Bericht aus der Hauptstadt Link

Im März 2010 reiste ich für eine Woche nach Berlin. Neben dem Schwulen Museum und dem SchwuZ besuchte ich dort auch im Namen der Familie Megalon die schwule Jugendgruppe "Romeo und Julius". Diese trifft sich jeden Mittwochabend im schwulen Info- und Beratungscenter "Mann-O-Meter". Leider schwanken die Besucherzahlen dort sehr stark und es gibt keine feste Stammgruppe, auf deren Anwesenheit man sich verlassen kann.

 

Als ich dort war, war das Center, das sehr gemütlich und weiträumig ist, ziemlich leer. Ich hatte aber ein langes Gespräch mit Stephan Siepke, der die Mittwochsgruppe betreut. Die mangelnde Beteiligung hängt seiner Meinung zum einen mit dem Tag zusammen - am Primetime-Freitag trifft sich dort schon eine andere Gruppe - und zum anderen an den gesellschaftlichen Strukturen Berlins. Während Saarbrücken so klein ist, dass eigentlich jeder mit jedem auf einem Fleck zurecht kommen muss, kommt es in Berlin viel mehr zur Bildung von Subkulturen.

 

Das heißt, treffen in Berlin unterschiedliche homosexuelle Jugendliche in einer Jugendgruppe auf einander, dann verstehen diese sich gar nicht unbedingt. Die Familie Megalon schafft es trotz des ein oder anderen Unterschieds eine Gemeinschaft zu bilden - vielleicht auch aufgrund der Einzigartigkeit im Saarland. In Berlin treffen sich die jungen Leute dann lieber privat oder in anderen Gruppen, die genau ihre Subkultur und Interessen vertreten.

 

Im Gegensatz zur Familie Megalon steht "Romeo und Julius" durch "Mann-O-Meter" eine Menge Geld zur Verfügung, so dass die Gruppe mit Hilfe von verschiedenen Werbemittel versucht gegen das Beteiligungsproblem anzugehen. Grundsätzlich ist "Romeo und Julius" an einer Zusammenarbeit mit der Familie Megalon interessiert.

 

Jonas F.

 

 

//Luxemburg - Ein Besuch im Großherzogtum Link

Einer der ersten sonnigen Tage des Jahres. Zwei gut gelaunte Autos rollen von Saarbrücken auf der A8 über die Grenze. Mit Verspätung erreichten wir den, in der Vorstadt gelegenen, Gruppenraum der Gastgeber. Nach Vorstellung und ein wenig Small Talk ging es auch schon los. Unter Anleitung der Einheimischen erkundete Familie Megalon die Luxemburger Innenstadt.

 

So entstanden nicht nur Bilder an Brunnen und Aussichtspunkten der Stadt, sondern auch ein "Freundeskreis" um die Flamme der Aussöhnung, einem Weltkriegsdenkmal. Hinter dem großherzöglichen Palast, in einer kleinen Bar, ließen wir den Abend dann ausklingen. Mit zurück nach Saarbrücken nahmen wir das Wissen um neue Freundschaften, das Erlebnis eines tollen Tages und die Aussicht auf einen Gegenbesuch.

 

Benedikt C.

 

 

//San Francisco - "Gay capital of the world" Link

Die "Schwule Welthauptstadt" muss natürlich auch einen Ort für homo- und transsexuelle Jugendliche haben. Das dortige LGBT-Center (Buchstaben stehen für "Lesbian, Gay, Bisexual, Trans") ist mit unserem LSVD vergleichbar und beherbergt neben den Jugendtreffen auch eine Vielfalt anderer Gruppen.

 

Die Jugendlichen agieren im "Center" nicht wie wir als feste Gruppe, können aber regelmäßige Angebote wahrnehmen. Donnerstags gibt es dort immer einen so genannten "Snap Talk", bei dem junge Leute in einer kleinen Runde sozialpädagogischen Mitarbeitern des Centers Fragen über Gott und die Welt stellen können. Beliebter ist aber die dienstägliche "Youth Meal Night", an der auch ich einmal teilgenommen habe. Das Konzept des Treffens ist ein gemeinsames warmes Abendessen unter Anwesenheit einiger Mitarbeiter des Centers, an dem jeder Jugendliche kostenlos und ohne Voranmeldung teilnehmen kann.

 

Da es in San Francisco viele Menschen gibt, die in Armut leben, kommen auch häufig junge Homo- und Transsexuelle zur "Youth Meal Night", um wenigstens einmal in der Woche ein warmes Abendessen zu bekommen. Im Center findet sich dann also eine bunte Mischung verschiedener Menschen, die sich sonst in dieser Form wohl nicht treffen und austauschen würden. Ergänzt wird das Essen jedes Mal durch eine thematisch passende Filmvorführung und Tipps zur Freizeitgestaltung durch die Mitarbeiter.

 

Jonas F.

 

 

//Stuttgart - Von und zu Homo Link

Bei den Schwaben ist nicht alles besser, aber doch vieles anders. In Stuttgart bietet die Initiativgruppe Homosexualität Stuttgart (ihs) eine lesbische und zwei schwule Jugendgruppen. Der Verein ihs nutzt die

Räumlichkeiten des Vereins Weißenburg, eine ehemalige Schnapsbrennerei. Die Jungs bis 21 nennen sich Prinzen, die bis 27 Königskinder. Ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang sieht.

 

Bedingt dadurch, dass der Trägerverein der Räumlichkeiten ständig von der Schließung bedroht ist und sich u.a. durch den Betrieb eines Cafés finanziert, spielt der Konsum von Speisen, Kalt- und Heißgetränken eine zentralere Rolle als bei uns an der Saar. Dafür stehen neben dem Café auch ein großer Saal sowie weitere Räumlichkeiten zur Verfügung. Die größere Räumliche Kapazität kann aber auch dem weiten Einzugsgebiet geschuldet sein. Bis auf die konfessionelle Trennung von Lesben und

Schwulen unterscheiden sich die Treffen dann aber doch nicht großartig von denen in Saarbrücken, sieht man davon ab dass bei uns seltener schwäbisch gesprochen wird...

 

U. M.

 

 

//Hamburg - Kulturtransfer im mhc Link

Im Magnus Hirschfeld Centrum (mhc) in Hamburg ist Freitags eine ganze Menge los, neben den zwei schwulen Jugendgruppen "Boyfriends" und Romeo und Julian trifft sich auch noch eine Gruppe für junge Transgender. An dem Abend meines Besuches tummelten sich deshalb auch geschätzte 60 und mehr junge Menschen in den Räumlichkeiten des mhc.

 

Nach dem ersten Kontakt bekam ich dann auch promt eine kleine Führung durch das Homoheiligtum und konnte über den Saal mit Bühne, Tischfußball und weitere Ausstattungsdetails staunen. Ansonsten dient das mhc auch noch als Beratungsstelle für diverse Themen und verfügt über ein Café in dem man sich an dem Abend von einem sehr attraktiven Barmann sogar Pizza bringen lassen konnte.

 

Im Sinne des Kulturtransfers haben wir auch ein paar Spiele gespielt und so habe ich mich im Austausch für Palermo und ein paar andere Dinge auch mal Psycho spielen dürfen. Alles in Allem war es ein sehr schöner Abend und ich habe gut und gerne über zehn Leute kennengelernt und einige neue Feenschwestern gefunden. Wenn es mich das nächste Mal nach Hamburg verschlägt werde ich auf jeden Fall nochmal vorbeischauen und wer weiß, vielleicht hat es bis dahin auch mal einen Hamburger zu uns verschlagen...

 

Max. E.