Test positiv - was tun?

Test positiv - was tun ?

 

Das Bild der HIV-Infektion hat sich in den letzten Jahren ständig verändert. Der medizinische Fortschritt ermöglicht es vielen HIV-Positiven – zumindest in den reicheren Ländern –, lange Jahre mit dem Virus zu leben. Aber nach wie vor erleben viele das positive Testergebnis als tiefen Einschnitt. Ängste kommen auf: vor Krankheit, Schmerzen und einem möglicherweise frühen Tod, vor den Reaktionen von Freunden und Angehörigen sowie des gesellschaftlichen Umfelds. Nicht genug aber, dass die eigenen Sorgen und Probleme bewältigt sein wollen; viele HIV-Positive müssen sich auch noch mit denen des sozialen Umfelds, mit Unverständnis und Ablehnung herumschlagen.

Viele schaffen es nicht aus eigener Kraft, das positive Testergebnis zu verarbeiten. Das ist kein Grund, sich Vorwürfe zu machen. Die bewusste Auseinandersetzung mit sich selbst kann sehr schmerzhaft sein. Oft hilft es, mit Menschen seines Vertrauens über Angst, Verzweiflung und Trauer zu sprechen. Die AIDS-Hilfen unterstützen bei der Bewältigung des Testergebnisses, z.B. durch Positiven-Gesprächsgruppen und Beratung.

Zwar kann die HIV-Infektion noch nicht rückgängig gemacht oder gänzlich ausgeheilt werden. Aber es sind immer mehr Medikamente verfügbar, die ihren Verlauf günstig beeinflussen können. Es gibt auch keine allgemein gültigen Rezepte für Verhaltensweisen, die ein möglichst langes Leben mit dem Virus garantieren. Dagegen belegen jede Menge Erfahrungen, dass auch mit HIV ein gutes und erfülltes Leben möglich ist. Die HIV-Infektion ist also kein Grund, zu resignieren und auf Zukunftsplanung zu verzichten.

Jede/r geht anders mit der Infektion um, und für jede/n bedeutet Lebensqualität etwas anderes. Hier gilt es, einen eigenen Weg zu finden.

Viele der bekannten Empfehlungen für eine gesunde Lebensführung gelten selbstverständlich auch bei einer HIV-Infektion, z.B. sich Entlastungsmöglichkeiten im sozialen Umfeld zu schaffen. Und eine gute, ausgewogene Ernährung kann viel dazu beitragen, den Körper und das Immunsystem zu stabilisieren. Die neuesten Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft zeigen, dass es schon in der Frühphase der HIV-Infektion wichtig ist, gut zu essen und einem Gewichtsverlust vorzubeugen. Was den Genuss von Alkohol, Nikotin und Drogen angeht, sollte jede/r für sich abwägen, was und wie viel ihr/ihm gut tut.

Sex ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens. In der ersten Zeit nach dem positiven Testergebnis haben viele HIV-infizierte Männer und Frauen allerdings Schwierigkeiten damit, zum Beispiel wegen der Sorge, andere anzustecken. Das kann sich aber auch wieder ändern. Wer Probleme mit seiner Sexualität hat und damit nicht alleine fertig wird, sollte sich nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sexualberatung bieten z.B. die örtlichen AIDS-Hilfen und die Beratungsstellen von Pro Familia an.

Die Angst, andere anzustecken, lässt sich durch Safer Sex stark verringern. Außerdem mindert Safer Sex auch das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheitserregern zu infizieren (gegen Hepatitis A und B empfehlen sich Impfungen). Das ist auch und gerade für HIV-Positive wichtig, denn Syphilis, Tripper usw. würden ihr Immunsystem zusätzlich belasten.