Der Test

Der HIV-Test

 

Die heute üblichen Testverfahren suchen entweder nach HIV-Antikörpern im Blut (Antikörpertest) oder direkt nach dem Virus (Virusnachweis). Ihre Ergebnisse sagen nicht aus, ob und wann jemand an AIDS erkrankt. Die oft gehörte Bezeichnung "AIDS-Test" trifft deshalb für keines der beiden Testverfahren zu.

Nach einer Ansteckung mit HIV dauert es in der Regel zwölf Wochen, bis sich Antikörper zuverlässig nachweisen lassen. Wird der Test vor Ablauf dieser Zeit durchgeführt, ist er nicht aussagekräftig. Der Nachweis von HIV selbst – d.h. von Erbmaterial – gelingt im so genannten PCR-Test bereits früher; dieses Verfahren kann in bestimmten Fällen eine sinnvolle Ergänzung sein.

Werden durch diese Testverfahren HIV-Antikörper oder HIV festgestellt, lautet das Testergebnis "positiv" wird nichts nachgewiesen, ist das Testergebnis "negativ"

Beim Antikörpertest wird als erstes Verfahren ein hochempfindlicher Suchtest ("ELISA"-Test) angewendet. Ein "positives" Testergebnis muss auf jeden Fall durch einen Bestätigungstest – den "Western Blot" – überprüft werden. Erst wenn dieser ebenfalls positiv ist, darf das Ergebnis "positiver Befund" mitgeteilt werden.

Mit den heute üblichen Antikörpertests können Antikörper gegen alle Virustypen (HIV-1 und HIV-2 und ihre Untertypen) nachgewiesen werden.

Alle genannten Testverfahren gehören seit 1999 zum Katalog vertragsärztlicher Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Krankenkasse muss die Kosten allerdings nur dann übernehmen, wenn Krankheitszeichen auf eine HIV-Infektion hindeuten. Bei vielen Gesundheitsämtern wird der Antikörpertest anonym (ohne Angabe des Namens) und kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr durchgeführt.

Mit dem Test ist sehr verantwortungsvoll umzugehen. Deshalb gilt es zu beachten:

  • Niemand darf ohne sein ausdrückliches Einverständnis getestet werden. Zwangstests oder stillschweigend durchgeführte Tests (z.B. bei Untersuchungen im Krankenhaus oder im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge) sind rechtlich unzulässig und können als Verletzung des Persönlichkeitsrechts und unter Umständen als Körperverletzung geahndet werden.
  • Vor dem Test sollte ein Beratungsgespräch stattfinden.
  • Die Testergebnisse – negative wie positive – dürfen nur persönlich, nicht brieflich oder telefonisch mitgeteilt werden.
  • Die Mitteilung des Testergebnisses muss mit einem ausführlichen Beratungsgespräch verbunden sein.


Die AIDS-Hilfen können darüber Auskunft geben, wo der Test sachgemäß durchgeführt wird.