Verbesserte Untersuchungsangebote und ärztliche Fortbildungen

Verbesserte Untersuchungsangebote und ärztliche Fortbildungen

Noch immer scheuen sich insbesondere im ländlichen Bereich viele schwule Männer, bei den sie behandelnden Hausärzt(inn)en, Hautärzt(inn)en, Urolog(inn)en und Internist(inn)en, aber auch in den Gesundheitsämtern offen mit ihrer Homosexualität umzugehen oder darüber zu reden, wenn es um das Risiko geht, sich beim Sex unter Männern mit HIV oder einer STD zu infizieren.

Dies führt nicht selten dazu, dass HIV-Diagnosen erst zu einem Zeitpunkt erkannt werden, wenn sie sich klinisch zu manifestieren beginnen, immer noch Fälle von Neuro-Lues (dem dritten Stadium der Syphilis, in dem die Krankheit zu schweren Schäden im Nervensystem bis hin zum Tode führt) auftreten oder andere STDs insbesondere im Analbereich überhaupt nicht erkannt werden.

Deshalb fordert der LSVD:

  • Analog zum HIV-AK-Test sollte in den Gesundheitsämtern die Möglichkeit eröffnet werden, auch Untersuchungen auf andere STDs anonym vornehmen zu lassen. Im Rahmen der HIV-AK-Testberatung sollte eine Gesundheitsberatung erfolgen, die die anderen STDs sowie Schutzmöglichkeiten und mögliche Impfungen berücksichtigt. Entsprechende BeraterInnenschulungen sind durchzuführen.
  • Die Ärzteschaft wird aufgefordert, ihre Beratungskompetenz für schwule Patienten zu verbessern und Fortbildungen insbesondere von Hautärzt(inn)en, Proktolog(inn)en, Internist(inn)en sowie Hausärzt(inn)en zu organisieren, in denen die Übertragungswege und Präventionsmöglichkeiten von STDs beim Sex unter Männern erläutert und Vorurteile abgebaut werden.
  • Nach einer Erstdiagnose sollte dem Infizierten/Erkrankten die Vorstellung  oder Anbindung an eine HIV-Schwerpunktpraxis oder -ambulanz angeboten werden.