Die Verantwortung der Pharmaindustie

Die Verantwortung der Pharmaindustie

Eine besondere Rolle in der Prävention kommt auch der Pharma-Industrie zu. Hier wird aber bisher allzu oft eine Strategie gefahren, die doppelte Botschaften sendet. So beteiligen sich Pharmaunternehmen zwar an der Prävention, in dem sie Spenden an präventiv arbeitende Organisationen leisten - sie sehen offensichtlich aber zugleich gezwungen, Anzeigen in den schwulen Printmedien zu schalten, die ein zu rosiges Bild dessen zeichnen,  was eine HIV-Infektion auch heute noch bedeutet

Angesichts der immer noch beträchtlichen Nebenwirkungen von Medikamenten zur antiretroviralen Therapie von HIV erscheinen diese Anzeigen wie ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen. Das Versprechen des Erhaltes von Attraktivität und Leistungsfähigkeit wird zwar nicht direkt, aber - durch die Auswahl der durchweg attraktiven Modelle und durch Texte, die suggerieren, eine Wiederaufnahme der Berufstätigkeit, Reisen und andere Ziele seien auch langfristig greifbar - zumindest indirekt gemacht. Es finden sich nirgendwo deutliche Hinweise auf die Nebenwirkungen einer HAART.

Derartige Anzeigen konterkarieren damit deutlich die Präventionsanstrengungen.

Der LSVD fordert deshalb:

  • Selbstverpflichtungserklärungen der Pharmaindustrie zum Verzicht auf Anzeigen, die die Nebenwirkungen der Therapien verharmlosen oder ein geschöntes Bild von den Folgen einer HIV-Infektion vermitteln.