Die Verantwortung der Medien

Die Verantwortung der Medien

Reißerische Berichterstattung in einigen Medien, die positiven Männern einseitig die Verantwortung für den Anstieg der Erstdiagnosen zuschreibt, blendet aus, dass sich unter MSM nach wie vor das Level von Safer-Sex-Verhalten auf einem hohen Niveau befindet, dass weite Teile der heterosexuellen Bevölkerung noch nie erreicht haben. Und sie blendet die Tatsache aus, dass insbesondere die Gruppe der Männer ab 40 dieses Level schon seit über 20 Jahren kontinuierlich hält.

Die unkritische Heranziehung von Infektionsraten anderer STDs als Beweis für die Zunahme unsafen Verhaltens ist untauglich, denn sie ignoriert, dass diese STDs andere Übertragungswege als HIV haben und somit auch mit klassischem Safer-Sex - einer Verhaltensregel zur HIV-Prävention - nicht verhindert werden können. "Raus, bevor es kommt" taugt nicht zur Syphilis-Prävention.

Der LSVD fordert vor diesem Hintergund:

  • Eine verstärkte Aufklärung in den Medien über sexuell übertragbare Krankheiten.
  • Die klare Unterscheidung der Begriffe "Barebacking" und "Unsafe Sex".
  • Eine differenzierte Berichterstattung, die die jeweiligen Gefahren von Barebacking und unsafem Sex beleuchtet, ohne einseitig HIV-Positiven Menschen die Verantwortung aufzulasten.