Barebacking

Neue Offensive in der AIDS-Prävention

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) fordert eine neue Offensive in der AIDS-Prävention. Die AIDS-Prävention unter schwulen Männern hat große Erfolge gebracht und ist auch heute noch erfolgreich. Nach 20 Jahren AIDS ist aber eine gewisse Erosion im Praktizieren von Safer Sex nicht zu übersehen. Diese Situation erfordert neue Anstrengungen in der Prävention, eine Neujustierung von Botschaften und Vermittlungsmethoden. Prävention muss die Vielfalt schwuler Lebensweisen im Blick haben. Es geht darum, realistische Wege aufzuzeigen, Verantwortung für sich und andere zu leben. Das wird umso erfolgreicher gelingen, je offener die Gesellschaft mit Homosexualität umgeht und je weniger Diskriminierung Homosexuelle zu befürchten haben.

Der LSVD beobachtet mit Sorge das derzeitige Ansteigen der Erstdiagnosen von HIV-Infektionen, die verstärkt zu beobachtende Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten (STD) unter Männern, die Sex mit Männern haben  (MSM), sowie die daraus zur Zeit resultierenden Diskussionen sowohl in den Medien und der Politik, als auch in der Community selbst.

Der LSVD will die Gesundheit schwuler Männer in ihren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachten und diskutieren. Schwule Gesundheit sei hier im Folgenden definiert als das physische und psychische Wohlbefinden von Schwulen und MSM.

Prävention ist nicht nur eine Angelegenheit der individuellen Verantwortung. Sicherlich – jeder schwule Mann hat es in der Hand, seinen Beitrag gegen die Weiterverbreitung von HIV/AIDS und STD zu leisten. Eine große Anstrengung in der Prävention kann aber nur gelingen, wenn Akteure aus der Politik und der Wirtschaft mit den Vertretern der lesbisch-schwulen Community zusammen arbeiten.

 

[beschlossen auf dem 18. LSVD Verbandstag am 26.03.2006 in Köln]