Was ist Hepatitis

Was ist eigentlich Hepatitis?

 

Eine Hepatitis ist eine Entzündung der Leber (griechisch: hepar), die für den Austausch und die Umwandlung von Stoffen im Körper zuständig ist. Einige Arten der Leberentzündung werden durch Viren ausgelöst, die gezielt die Leber befallen. Von diesen Viren gibt es verschiedene Typen: Hepatitis-A-Virus (HAV), Hepatitis-B-Virus (HBV), Hepatitis-C-Virus (HCV) und so weiter... Wir gehen hier auf Hepatitis A, B und C ein, weil sie bei uns am häufigsten sind und du dich mit Hepatitis A und B beim Sex relativ leicht anstecken kannst.

Gegen Hepatitis A und B bietet eine Impfung den besten Schutz.
Kondome senken das Risiko einer Ansteckung mit Hepatitis B und C.

Was passiert bei einer Hepatitis?

 

Abhängig auch vom Virustyp (und vom Zustand deines Immunsystems) kann eine "Hep" unterschiedlich verlaufen: Da gibt es zum einen die akute Infektion, die man aber oft gar nicht bemerkt, weil die Beschwerden (wenn es denn welche gibt) einer Grippe ähneln. Heilt die akute Infektion nicht von selbst aus, geht die Virusvermehrung also weiter, spricht man von einer chronischen Infektion. Auch sie verläuft oft ohne Beschwerden, kann aber auch chronisch-aggressiv werden: die Folgen sind Einschränkungen der Leberfunktion (siehe nächste Seite). Übrigens: auch eine chronische Hepatitis kann von selbst heilen.

Eine Hepatitis A verläuft akut und ist dann ausgeheilt. Hepatitis B verläuft manchmal chronisch, Hepatitis C meistens. Eine chronische Hepatitis wird in 10–30 Prozent der Fälle chronisch aggressiv.

Was ist das Gefährliche an der Hepatitis?

 

Weil man von einer Hepatitis oft gar nichts mitbekommt, kann man das Virus unwissentlich weitergeben oder sich bei jemandem anstecken, der nichts von seiner Hep weiß. Und die Viren können in aller Stille die Leber schädigen...

Wenn die Hepatitis nicht von alleine heilt, verändert sich die Oberflächenstruktur der befallenen Leberzellen. Sie werden dann vom Immunsystem fälschlich als Fremdkörper erkannt und schließlich zerstört. (Bei einer chronischen Hepatitis C spielt sich ein großer Teil der Entzündungsreaktion in den Gallengängen und im Bindegewebsgerüst ab.) Der Körper ersetzt die zerstörten Zellen durch Bindegewebszellen (= Fibrose), die aber die Aufgaben der Leber nicht übernehmen können. Bei einer Leberzirrhose bilden sich zusätzlich Knötchen, die Leber schrumpft und verliert ihre Funktion. Am Ende kann der Leberkrebs (Leberzellkarzinom) stehen; diese Spätfolge ist aber seltener als eine Zirrhose.

Zwar gibt es Medikamente zur Behandlung einer Hepatitis B und C, aber die schlagen längst nicht bei jedem an und haben häufig unangenehme Nebenwirkungen. Im schlimmsten Fall – wenn deine Leber versagt – hilft nur noch eine Lebertransplantation. Das ist aber ein schwerer Eingriff, und etwa 10-20 Prozent der Patient(inn)en sterben in den ersten fünf Jahren nach der Organverpflanzung. Außerdem muss man sein Leben lang Medikamente zur Unterdrückung der Abstoßungsreaktion nehmen, und meistens kommt es zur erneuten Infektion des gespendeten Organs.

Über die körperlichen Folgen hinaus können auch noch andere Probleme auf dich zukommen: Manchmal haben Freunde, deine Familie oder dein Partner Probleme mit der Krankheit, z.B. aus Angst vor einer Ansteckung. Und du selbst machst dir vielleicht Vorwürfe oder bist unsicher, wie du mit deiner Hepatitis umgehen sollst. In diesem Fall kann ein klärendes Gespräch mit einem Berater (zum Beispiel von der AIDS-Hilfe) weiterhelfen.