Hepatitis B

Hepatitis B

 

Die Hepatitis B macht in Deutschland etwa ein Drittel aller virusbedingten Leberentzündungen aus, rund 250.000 Menschen haben eine chronische Hepatitis B. 

 

Wie kann ich mich mit Hepatitis B anstecken?

 

Das Hepatitis–B–Virus findet sich in Blut, Sperma, Speichel, Urin, Stuhl und Scheidensekret.

Das bedeutet: Mit Hepatitis B kannst du dich leicht beim Sex anstecken, viel leichter als mit HIV!

Zum Beispiel beim Analverkehr, Blasen (schon „bevor es kommt“), Rimming ("Arschlecken"), beim gemeinsamen Gebrauch von Sextoys (Dildos usw.) oder Küssen (selten).
Infizieren kann sich aber auch beim Kontakt mit Blut (z.B. beim Tätowieren, beim Piercing oder bei gemeinsamer Benutzung von Zahnbürsten oder Rasierzeug), mit Urin oder Kot.  

Wer ist besonders gefährdet?

 

  • Menschen mit häufig wechselnden Sexpartnern
  • intravenös Drogen gebrauchende Menschen
  • Inhaftierte, Gefängnispersonal, Heimbewohner/innen
  • Medizinisches und Pflegepersonal 

Wie kann ich mich vor Hepatitis B schützen?

 

  • Gegen Hepatitis B (und A) ist eine Impfung der beste Schutz.Kondome beim Analverkehr und Blasen verringern zwar das Ansteckungsrisiko, bieten jedoch keinen sicheren Schutz. Übrigens: Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch gegen die seltenere Hepatitis D (mit der man sich nur anstecken kann, wenn man eine Hepatitis B hat).
  • Beim intravenösen Drogengebrauch: Safer Use (kein gemeinsamer Gebrauch von Spritzbesteck und Zubehör)
  • Im medizinischen Bereich: Einhaltung besonderer Hygienemaßnahmen (Schutzhandschuhe, Desinfektion) 

Woran kann ich erkennen, dass ich Hepatitis B habe?

 

Zwischen Ansteckung und Erkrankung (= akute Infektion) vergehen in der Regel ein bis sechs Monate. Die akute Infektion bleibt in zwei Dritteln der Fälle unbemerkt und dauert meistens vier bis fünf Monate. Wie bei der Hepatitis A können grippeähnliche Symptome vorkommen, etwas häufiger als bei der Hepatitis A ist eine Gelbsucht mit Verfärbung des Urins, hellem Stuhl und Gelbfärbung der Haut. 

Wie verläuft eine Hepatitis B?

 

In 10–20 Prozent aller Fälle wird eine Hepatitis B nach der akuten Infektion chronisch (bei HIV-Positiven etwas häufiger); sie dauert ca. 10–15 Jahre und verläuft oft ohne Beschwerden. In seltenen Fällen kann sie auch von selbst ausheilen. Von den chronischen Fällen nehmen 10–30 Prozent einen aggressiven Verlauf mit Einschränkung der Leberfunktion. Später kommt es oft zu einer Leberzirrhose mit hohem Risiko eines Leberkrebses. 

Wie sieht es mit der Behandlung aus?

 

Bei Verdacht auf eine frische Ansteckung empfiehlt sich die rasche passive Immunisierung (innerhalb der ersten Stunden). Du kannst damit das Risiko senken, dass die Infektion chronisch wird.

Bei einer chronischen Hepatitis B kann man mit Interferon behandeln, um die Virenvermehrung bzw. eine Leberzirrhose zu stoppen. Dies schlägt aber nur in 40 Prozent der Fälle an und kann mit Nebenwirkungen wie Konzentrationsstörungen, depressiven Verstimmungen oder einer Verminderung der Blutplättchen oder weißen Blutkörperchen verbunden sein. In einigen Fällen ist auch die Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten erfolgreich; dieser Ansatz wird zurzeit weiter erforscht.